Mein Herz hängt am HBD.

Mein Herz hängt am HBD.

Mein Herz hängt am HBD“

Dan Mauruschatt ist einige Monate zum Zuschauen verdammt

Von Lutz Schinköth

Crauthem. Es lief die 13. Minute im Pokalfinale gegen den HB Esch, als sich Dan Mauruschatt schwer verletzte und den Rest des Endspiels mit Schmerzen im Krankenhaus verbringen musste. Er hatte den Ball vor der Grundlinie im Spiel halten wollen, als er auf beiden Knien landete und mit einem eigenartigen Krachen vor der Bande zu Fall kam.

„Der letzte Schritt war etwas zu weit, ein Bein habe ich dabei zu stark belastet“, blickt der 25-jährige Kreisläufer des HB Düdelingen zurück. „Ich habe direkt gespürt, dass da etwas Schlimmes passiert ist“, so Mauruschatt, dessen Kreuzbänder zu 90 Prozent gerissen sind und dessen Meniskus ebenfalls beschädigt ist. Der Operation am 18. April sieht der Student gelassen entgegen: „Das wird schon werden.“

Eine konkrete Aussage über sein Comeback will er nicht machen. „Vor Ende Dezember, Anfang Januar rechne ich nicht damit, wieder voll belastbar zu sein. So etwas kann immer lange dauern.“

Erste Berufungen

Das Verletzungspech ereilte den Kreisläufer zur Unzeit. Mauruschatt war gerade richtig durchgestartet – er hatte Anfang des Jahres zwei Einladungen für die Test-Länderspiele der FLH-Auswahl und anschließend für die drei Qualifikationsspiele in der Coque in Kirchberg erhalten.

Mauruschatts positive Entwicklung blieb Auswahltrainer Nikola Malesevic nicht verborgen, da er auch sein Clubcoach ist. „Mit Nikola als Trainer habe ich viel hinzugelernt. Von seinem großen Erfahrungsschatz kann ich nur profitieren. Meine Stärken, vor allem in Eins-gegen-eins-Situationen, habe ich weiter ausbauen können.“

Die Karriere im Nationalteam ist vorerst gestoppt, doch weitere Einladungen schließt Mauruschatt nicht aus. „Es war super, diese Berufungen zu bekommen. Es ist immer etwas Besonderes, für sein Land spielen zu dürfen. Vom gesamten Team bin ich sehr gut aufgenommen worden. Dort spielen jetzt sehr viel junge Leute. Ich fühle mich in der Auswahl sehr wohl.“

Doch richtet sich der Blick auf die Meisterschaft. Für Mauruschatt gibt es nur ein Ziel: „Wir wollen nächste Saison unbedingt am Europapokal teilnehmen. Das ist, wenn wir die Resultate einfahren und jeder sich seiner Stärken bewusst ist, auch realistisch.“ Der Titel ist für den zentralen Abwehrspieler indes bereits vergeben.

„Esch hat eine riesige Auswahl an Topleuten. Da können die anderen Clubs nicht mithalten. Ich denke, dass die Escher Meister werden.“ Um künftig konkurrenzfähig zu sein, hat Mauruschatt erkannt, dass „wir uns breiter aufstellen müssen. Gerade, wenn man einen so starken Linksaußen wie Tommy Wirtz (er wechselt nach Saarlouis, Anmerkung der Redaktion) verliert, sollte man einen auf dieser Position und dazu noch einen Rückraumspieler für die kommende Saison verpflichten, um für permanente Torgefahr zu sorgen. Mit Mikel Molitor kommt ja schon ein toller Spieler zu uns.“

Großer Zusammenhalt

Für den Düdelinger zählt primär der Zusammenhalt. „Wir haben schon viele Höhen und Tiefen erlebt. Das große Plus ist, dass alle zusammenstehen und sich solidarisch zeigen, wenn jemand außer Form ist, sich verletzt hat oder andere Dinge im Leben passieren. Mein Herz hängt am HBD.“

Die wichtige Partie in Crauthem sah Mauruschatt von der Zuschauertribüne aus. „Es ist immer bitter, wenn man nur zuschaut und der Mannschaft nicht helfen kann.“

Sein Fazit nach dem ungefährdeten und souveränen 35:27-Erfolg beim HC Berchem fiel entsprechend positiv aus. „Wir haben sehr gut verteidigt und im Angriff hat fast alles geklappt. Weil die Mannschaft von Anfang an dominant und konzentriert war, geht der Sieg voll in Ordnung.“

 

 

Luxemburger Wort vom Montag, 1. April 2019, Seite 55 (21 Views)