Eisen Denis ! Artikel aus dem Wort

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Selbstvertrauen aufbauen

Der Düdelinger Denis Della Schiava und der Differdinger Eric Manderscheid sind Nachwuchshoffnungen in ihren Clubs

Von David Thinnes

Düdelingen. Denis Della Schiava (HB Düdelingen) und Eric Manderscheid (Red Boys) stehen für die Zukunft ihrer jeweiligen Vereine. Der Düdelinger ist 19 Jahre alt, während der Spieler aus Differdingen gestern seinen 22. Geburtstag feierte.

Della Schiava, der am Samstag beim katastrophalen 27:38 seines Teams gegen Differdingen kein Tor erzielte, wechselte 2016 im Alter von 16 Jahren aus Petingen zum HBD. Und er merkte sofort einen Unterschied: „Die Trainingsintensität war viel höher. Ich habe jeden Tag trainiert, teilweise sogar zwei Mal am Tag. Auch das Umfeld war anders.“ Der Linkshänder profitierte in Düdelingen sehr viel von der Erfahrung seines Trainers: „Nikola (Malesevic, Anmerkung der Redaktion) war selbst Flügelspieler. Er gibt mir eine Menge Tipps. Das bringt mir sehr viel im Training.“ Der junge Luxemburger, der als Kind zum Turnen ging, hat auf der Rechtsaußenposition einen starken Konkurrenten: Aleksiej Szyczkow ist mit seinen 35 Jahren sehr erfahren und ein HBD-Leistungsträger. „Wenn es bei Aleksiej nicht so läuft, bringt der Trainer mich. Ich muss dann in meiner Spielzeit an die guten Leistungen von Aleksiej anknüpfen. Manchmal funktioniert es nicht so gut: Dann muss man einfach weitermachen“, erklärt Della Schiava, der so regelmäßig seine Spielzeit erhält.

Della Schiava schaut sich individuell Videos der Torhüter an

Etwas anders sieht es bei Manderscheid aus. Der 22-Jährige stand bereits im Alter von 16 Jahren im Aufgebot der ersten Mannschaft. Wegen der Altersbeschränkung in der nationalen Meisterschaft, kam er in der damaligen Beneluxliga zum Einsatz. „Mit 16 Jahren war das etwas ganz Neues für mich. Der Unterschied von der Jugend zu den Senioren ist sehr groß. Du darfst dir einfach keine Fehler erlauben.“

Manderscheid, der an der Universität Trier studiert, wird von allen Seiten ein großes Talent nachgesagt. Bei seinem Stammverein in Differdingen hat er aber Schwierigkeiten, viel Spielzeit anzusammeln. Für den Rückraumspieler hängt es in zusammen, dass es „mir schon daran, aber es auch immer schwer gefallen ist,

meine Nervosität ich den Griff zu bekommen. Seit Jahren arbeite damit gelingt mir nicht komplett. Ich stelle mir einfach zu viele Fragen. Da ich nicht so  viel Spielzeit erhalte, passieren dann Fehler, die nicht passieren dürfen“. Dennoch gibt er zu, dass er dieses Problem in den vergangenen Jahren „schon besser unter Kontrolle hat. Durch die Trainingseinheiten werde ich ruhiger“.

Mit dieser Anspannung hat auch sein Gegenüber aus Düdelingen zu kämpfen: „Ich bin schon sehr nervös. Aber die jungen Spieler sprechen viel untereinander und wir machen uns Gedanken.“ Und neben den Team-Videositzungen schaut sich Della Schiava, der im Lycée Technique Mathias Adam in Lamadelaine auf eine 11e geht, auch noch selbst „am Morgen vor dem Spiel die letzte Begegnung und die Aktionen der Torhüter an. Ich fühle mich besser, wenn ich gut vorbereitet bin – das ist wie in der Schule“. Zur Nationalmannschaft wurde Della Schiava auch schon berufen. Anfang des Jahres schaffte er es bei der EM-Qualifikation nicht in das definitive Aufgebot: Auf seiner Position spielt mit Daniel Scheid ein erfahrener und erfolgreicher Rechtsaußen. Das ist aber kein Problem für den Düdelinger – im Gegenteil: „Ich verstehe mich sehr gut mit ihm. Er hat mir schon sehr viel geholfen.“

Hüftoperation warf Manderscheid zurück

2017 stand Manderscheid im erweiterten FLH-Kader, kam aber dann nicht zum Einsatz. Einige Monate danach musste der 22-Jährige dann wegen einem langjährigen Problem an der Hüfte operiert werden. Eine halbe Saison fiel er aus. Danach stand er seinem Team wieder zur Verfügung. Manderscheid ist von der Statur her mit dem Escher Sacha Pulli zu vergleichen. Und so auch von der Spielweise: „Ich versuche, für meine Teamkollegen zu spielen. Ich sehe mich schon als Rückraumspieler in der Mitte: Dort kann ich Freiräume für meine Nebenleute schaffen.“

Am fünften Spieltag der Titelgruppe in der Axa League erlebten beide Spieler am Samstag einen unterschiedlichen Abend. Della Schiava bekam die höchste Saisonniederlage seines Teams zeitweise auf dem Feld mit. Er erhielt wie gewohnt seine Spielzeit, verpasste aber einen Torerfolg bei seiner einzigen Chance. Manderscheid musste Batinovic wieder den Vortritt lassen. In der 57.’ kam er dann aufs Spielfeld und musste Wirtz in Manndeckung nehmen. Kurz vor Schluss vergab er dann einen Siebenmeter.

Dennoch können die beiden Nachwuchshoffnungen in den kommenden Jahren zu Leistungsträgern bei ihren jeweiligen Vereinen und auch in der Nationalmannschaft werden.

Luxemburger Wort vom Montag, 8. April 2019, Seite 55 (12 Views)