TOMMY’S LAST HOME GAME

👉🏼 TOMMY’S LAST HOME GAME 👈🏼

 

 

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Ich werde sie alle vermissen“

HBD-Spieler Tommy Wirtz absolvierte sein letztes Heimspiel vor seinem Wechsel nach Saarlouis

Interview: David Thinnes

„Et gëtt nëmmen een Tommy Wirtz“ sangen die Fans am Samstagabend nach Spielende in der Düdelinger Buvette. Der HBD-Kapitän bestritt beim 28:30 gegen Berchem, das damit wieder im Rennen um die Europapokalplätze ist, sein letztes Heimspiel vor seinem Wechsel nach Saarlouis.

Tommy Wirtz, für Ihr letztes Heimspiel vor dem Wechsel nach Saarlouis hätten Sie sich sicherlich einen Sieg gewünscht. Warum hat dies trotz Ihrer neun Tore nicht geklappt?

Die Einstellung war vorhanden. Wir haben zu viele kleine Fehler gemacht. Plötzlich ist der Vorsprung weg und dann kommt es auf die Details an. In diesem Bereich war Berchem besser und darum reicht es nicht für uns.

War diese Begegnung das Spiegelbild einer Saison, die für den HBD nicht nach Plan verlaufen ist?

Ja, das stimmt. Unser Kader ist in der Titelgruppe dezimiert. Und wenn du müde wirst, entstehen Fehler. Die Mannschaft muss es in der nächsten Spielzeit besser machen, leider ohne mich – auch wenn ich gerne helfen würde.

Können Sie noch einmal auf Ihre Entscheidung zurückkommen, ins Ausland zu gehen?

Ich hatte in den vergangenen Jahren einige Angebote. Aber ich wollte mein Universitätsstudium nicht aufgeben, da ich weiß, dass ich mit dem Handball nicht ausreichend Geld verdienen kann. Ich wollte nichts riskieren. Jetzt habe ich noch vier Monate Studium vor mir. Dann kam das Angebot von Saarlouis. Ich musste es annehmen, sonst hätte ich dies mein ganzes Leben bereut. Seit ich im Alter von fünf Jahren mit dem Handball begonnen habe, wollte ich im Ausland spielen. In Absprache mit meinem neuen Verein kann ich zu Beginn Handball und Uni kombinieren.

Was behalten Sie von Ihrer Zeit in Düdelingen zurück?

Ich habe so viele positive Erinnerungen im Kopf. Wir haben viele Titel gefeiert. Der Schönste war der Meistertitel 2012. Es war das entscheidende Spiel in Esch. Wir haben auf ein Tor gewonnen. Nicht viele können behaupten, in Esch den Meistertitel perfekt gemacht zu haben. Das Beste am HBD ist aber das Umfeld. So wie ich heute verabschiedet wurde, das ist einfach super. Ich werde sie alle vermissen.

Werden Sie irgendwann nach Düdelingen zurückkehren?

Ja. Ich weiß, dass ich immer in Düdelingen willkommen bin. Ich habe in Saarlouis einen Vertrag über ein Jahr, mit einer Option auf ein weiteres. Ich kann mir vorstellen, als Trainer nach Düdelingen zurück zu kehren.

Haben Sie sich in den vergangenen Wochen Gedanken über das neue Kapitel gemacht?

Ich habe mir schon einige Spiele angeschaut und wir hatten regelmäßig Kontakt. Wir waren auch schon zusammen feiern. Ich muss mich jetzt neu integrieren. (lacht) Das kenne ich ja überhaupt nicht mehr. Bei den Heimspielen hat Saarlouis einen Durchschnitt von 1 000 Zuschauern. Dazu kommen die Auswärtsreisen mit bis zu 400 km. Und ich beschwere mich in Luxemburg, wenn wir nach Diekirch fahren müssen. Außerdem kennt mich in der dritten deutschen Liga noch keiner. Auf der Bande steht mir dann nicht sofort ein Gegner auf den Füssen. Und es gibt 18 Teams, darauf freue ich mich auch.

Gehen Sie dieses Abenteuer mit Respekt an?

Ja, auf jeden Fall. Das Spiel ist viel physischer. Der Trainer hat sofort gesagt: „Tommy, ab in den Fitnessraum.“ Ich muss zulegen, sonst schaffe ich das nicht. Die Pause wird leider sehr kurz sein: Die Vorbereitung beginnt am 2. Juni. Mitte August spielen wir bereits im Pokal. Ich hatte den Trainer gefragt, ob ich eventuell zwei Wochen Ferien bekommen könnte. Das sieht aber schlecht aus. Das ist noch ein Unterschied zu Luxemburg.

Ist der nächste Schritt die Bundesliga?

Ein Grund für den Wechsel ist auch, dass sich mir eine andere Bühne bietet. Ich hatte vor einiger Zeit mit einem Spieleragenten geredet. Er hat mir gesagt, dass Luxemburg im Handball nicht interessant ist. Wenn er einem Trainer einen Spieler aus Luxemburg anbietet, beendet der Coach das Telefonat. Auch wenn ich nur in der 3. Liga spiele, erhöht dies die Aufmerksamkeit mehr, als wenn ich in Luxemburg spiele.

Luxemburger Wort vom Montag, 13. Mai 2019, Seite 59 (8 Views)

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