Toms Lielais – Interview am Wort

Angekommen

Der lettische Handballspieler Toms Lielais verfolgt in Düdelingen ambitionierte Ziele

Von Lutz Schinköth

Auch wenn es für Toms Lielais und Düdelingen am Samstag bei der 20:30-Auswärtsniederlage in Berchem nicht rund lief, ist der Neuzugang des HBD mittlerweile in Luxemburg angekommen und will mit seinem neuen Verein noch viel erreichen.

Der erste Durchgang des Duells verlief noch ausgeglichen und es ging mit einem 11:9 für die Gastgeber in die Pause. Nach der Pause brach Düdelingen aber ein: 19 weitere Gegentreffer und nur noch elf Tore standen zu Buche. Lielais, der zur neuen Saison vom deutschen Drittligisten Saarlouis nach Luxemburg gewechselt war, stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: „Ich bin traurig und enttäuscht, weil es die bisher persönlich schlechteste Saisonleistung war, seitdem ich in Düdelingen spiele. Wir haben in der zweiten Halbzeit zu viele einfache Tore kassiert und waren im Angriff nicht konzentriert. Leider habe auch ich persönlich nicht gut gespielt.“

Der Lette scheiterte drei Mal am überragenden Berchemer Keeper Liszkai, zudem leistete sich der 23-Jährige in der Vorwärtsbewegung einige Ballverluste. „Toms hat sich super integriert und hat insbesondere Qualitäten im Eins-gegen-eins. Das hat er schon in einigen Spielen gezeigt. Doch er muss seine Offensivqualitäten noch besser zur Geltung bringen“, sagt Teamkollege Mikel Molitor, der vor der Saison zu seinem Jugendverein zurückwechselte. Doch während Molitor „in Düdelingen zu Hause“ ist, musste sich Lielais erst an sein neues Umfeld gewöhnen: „Ich habe mich mittlerweile gut eingelebt. Das Training macht mir sehr viel Spaß, die Teamkollegen sind sehr nett und helfen mir, mich noch besser ins Teamgefüge einfügen. Ich spiele am liebsten im Angriff, helfe der Mannschaft auch so gut es geht in der Abwehr aus. Luxemburg ist ein kleines, aber auch sehr schönes Land.“

Schritt ins Ausland mit 19 Jahren

Der Lette ging mit 19 Jahren ins Ausland und durchlief bei der SG Flensburg-Handewitt, dem ThSV Eisenach, dem HSV Bad Blankenburg und dem Drittligisten HG Saarlouis einige Stationen in Deutschland. Das war keine einfache Entscheidung: „Das war ein ungewohnter Schritt für mich. Damals war ich noch sehr unerfahren. Mittlerweile habe ich sehr viel hinzugelernt. Ich merke, dass ich das Spiel von Düdelingen mehr und mehr verinnerliche.“

Menschlich passt der 1,92 m große und 95 kg schwere Rückraumspieler gut zum Verein, wie Kapitän Franky Hippert verrät: „Toms ist menschlich ein super Typ und er hat in den vergangenen Wochen im Training bessere Leistungen gezeigt. Ich hoffe, dass er uns in den entscheidenden Phasen noch viel helfen kann. Toms ist ein junger Spieler, dessen Entwicklung noch längst nicht abgeschlossen ist. Er wird von den älteren Spielern stets respektiert und bekommt von uns seine Freiräume.“

Für Lielais kommt es nun darauf an, wie seine Mannschaft die Niederlage gegen Berchem wegsteckt: „Wir müssen positiv bleiben und den Kopf wieder frei bekommen. Nächste Woche werde ich mich wieder voll reinhängen. Ich will einen Platz unter den ersten Drei erreichen und einen europäischen Startplatz holen.“

Teamkollege Molitor ergänzt: „Toms setzt sich manchmal noch selbst zu sehr unter Druck. Ich hoffe, dass bei ihm der Knoten demnächst richtig platzt. Denn er ist ein guter Typ, der es eigentlich kann.“

Luxemburger Wort vom Montag, 25. November 2019, Seite 46 (1 View)