Youth Cup – Artikel am Tageblatt

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YC Tageblatt

Ostern ohne Youth Cup

HANDBALL 34. Auflage des Jugend-Turniers verschoben

Fernand Schott

Die 34. Auflage des Youth Cup wird wegen der Corona-Krise auf ein späteres Datum verschoben, wie das Organisationskomitee bereits am 15. März bekannt gab. Doch wenn „alle Stricke reißen, gibt es 2020 keinen Youth Cup“, erklärt Lynn Spielmann. Der Präsident ist mit den Organisatoren auf der Suche nach einem Ausweichtermin. Eine Situation, die sich alles andere als einfach lösen lässt.

Am heutigen Freitag sollte die traditionelle Pressekonferenz des Youth Cup stattfinden, ehe am Osterwochenende dieses weit über die Grenzen bekannte Jugendturnier stattfinden sollte. Doch wie so viele nationale und internationale Sport- und Kulturevents, ist auch der Youth Cup von der Corona- Pandemie ausgebremst worden.

Verlegung schwierig

Ostern in Düdelingen ohne Youth Cup, das gab es seit 34 Jahren nicht. Das „Centre sportif René Hartmann“ war in den letzten 33 Jahren zu Ostern in der „Forge du Sud“ zur „place to be“ geworden. Wegen des hohen Niveaus dieses Jugendturniers sowie der guten Leistungen der jungen Handballerinnen und Handballer aus ganz Europa war das Turnier ein Muss für jeden Handballanhänger. Doch nicht nur deshalb endeten in Düdelingen die meisten Osterspaziergänge, auch vieler Nichthandballer, beim Youth Cup. Und auch die „Apéritifs“ an den zwei Turniertagen waren immer gut besucht, genau wie die Ab- schlusspartie nach dem Turnier. Die Veranstaltung selbst war also sportlich gesehen ein Highlight in der Handballsaison und für die jungen Teilnehmer ein einmaliges Erlebnis, auf das sie gerne zurückblicken. Gleichzeitig war es zu einem gesellschaftlichen Höhepunkt geworden, bei dem man gerne dabei sein wollte. Besonders das große Turnierfinale und die Abschlussfeier erfuhren mit über 1.000 Zuschauern immer einen hohen Zuschauerzuspruch. 2020 mussten die Organisatoren jedoch schon recht früh die Entscheidung treffen, das Turnier zu verlegen.

„Wir mussten so früh handeln, da uns bewusst war, dass sich diese prekäre Situation nicht so schnell ändern würde“, erklärt Lynn Spielmann, Präsident des Organisationskomitees. „Da wir wussten, dass verschiedene Teams, die aus allen Teilen Europas nach Luxemburg kommen sollten, schon mitten in den Reiseplanungen standen, wollten wir ihnen weitere Unannehmlichkeiten ersparen. Mit Modena, dem italienischen Teilnehmer, hielten wir regen Kontakt, uns war die Situation in ihrem Heimatland wohlbekannt. Eine Ersatzmannschaft hätten wir zwar problemlos gefunden, doch hielten wir eine Verlegung des Turniers zu diesem Zeitpunkt für unumgänglich.“

Nach sechs Monaten intensiver Vorbereitungsarbeiten scheint es normal, dass man gewillt ist, das Turnier nicht komplett abzusagen – sondern versucht, die Veranstal- tung auf ein späteres Datum zu verlegen. Vor allem, da es dem Organisator gelungen war, für die diesjährige Ausgabe mit dem THW Kiel einen richtigen Publikumsmagneten an Land zu ziehen. Außerdem wäre das Mädchenturnier auf sechs Mannschaften ausgebaut worden. Verständlich also, dass man einen Ausweichtermin sucht, was aber nicht so leicht ist. „Bekanntlich muss eine ganze Logistik stehen und da spielt das ’Lycée Nic Biever’ mit seinen Klassensälen und besonders der Kantine und seiner Küche eine nicht zu unterschätzende Rolle. Schulferien sind also schon eine Voraussetzung für das Stattfinden des Turniers. Das Risiko, es kurzfristig in die Pfingstferien zu verlegen, war uns zu Fraglich, ob sich der Nachwuchs des HB Düdelingen in diesem Jahr wieder mit internationalen Mannschaften messen kann groß. Denn ob es zu diesem doch sehr nahe liegenden Zeitpunkt stattfinden könnte, ist nicht sicher. Niemand weiß, wie lange diese Krise noch andauern wird. Anfang September fällt ebenfalls aus, da dann im Ausland schon verschiedene Meisterschaften laufen“, sagt der Präsident weiter.

Bliebe also nur noch Ende August. Ob das mit den Planungen der verschiedenen Gastmann- schaften zu vereinen ist, muss der Organisator noch klären. Es wird ebenfalls nicht einfach sein, zu diesem Zeitpunkt über hundert freiwillige Mitarbeiter zu finden. Diese stellen sich schon seit Jahren am Osterwochenende zur Verfügung – ob das auch im August möglich wäre, ist aber unklar. „Wenn alle Stricke reißen, gibt es 2020 keinen Youth Cup. Das wäre bitter, nicht nur aus sportlichen Gründen. Es würde auch ein Loch in den Finanzen des Vereins bedeuten“, meint Spielmann abschließend.

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